IMS Xchange Workshop
Der IMS xchange Workshop im Kloster Höchst
30-köpfiges Forschungsteam lotet das Potenzial seiner Projekte neu aus und legt Grundlagen für künftige Ausgründungen
Ein konzentriertes Team, ein abgeschiedener Ort und ein klarer Auftrag: Im Kloster Höchst i. O. trafen sich rund 30 Wissenschaftliche Mitarbeitende des Instituts für Mechatronische Systeme (IMS) der TU Darmstadt, um sich zwei Tage lang mit Transfer, Unternehmertum und den Chancen eigener Forschung auseinanderzusetzen. Organisiert wurde der Workshop von HIGHEST, unterstützt von erfahrenen Coaches und mit der Teilnahme von Institutsleiter Prof. Dr. Stephan Rinderknecht und der neu berufenen Prof. Dr. Debora Clever.
Ausgangspunkt war der xchange-Preis der TU Darmstadt, den Prof. Rinderknecht für seine langjährige Gründungsaktivität erhalten hatte. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro investierte er vollständig in diesen Workshop – ein Signal, das in seinem Team unmittelbar Wirkung zeigte.
Erfahrung aus erster Hand
Zum Auftakt stellte HIGHEST das xchange-Programms vor, bevor Gründerinnen und Gründer aus dem IMS Einblicke in ihre unternehmerischen Wege gaben. Neben Stéphane Foulard, Co-Founder und CEO des erfolgreichen Spin-offs Compredict, berichtete auch Hendrik Schaede-Bodenschatz, Co-founder von Adaptive Power Balancing über seine Erfahrungen. Beide Unternehmen wurden bereits 2016 gegründet und zählen zu den frühen, erfolgreichen Spin-offs des IMS.
Darüber hinaus stellten sich drei deutlich jüngere Ausgründungen vor: Folivora Solutions, InnoShiftING und Fenexity, die allesamt zeigen, wie breit das Innovationspotenzial im Institut verteilt ist.
Foulard schilderte prägnant, welche Stolpersteine technologieorientierte Teams meistern müssen – und wie früh wissenschaftliche Weichenstellungen den Erfolg einer späteren Gründung beeinflussen.
In einer Ideation-Session arbeiteten die Teilnehmenden anschließend entlang der Suchfeldmatrix an Innovationsfeldern aus ihrer eigenen Forschung. Aus ersten Skizzen entstanden schnell vielfältige und überraschend ausgereifte Konzeptideen.
Vom Forschungsimpuls zum Geschäftsmodell
Der zweite Tag startete mit einem Impulsvortrag von Georg Fischer über kognitive Verzerrungen in Innovationsprozessen. Anschließend vertieften die Teilnehmenden ihre Ideen im Leporello-Format – ein schneller Weg, um aus einem Forschungsgedanken ein erstes Geschäftsmodell zu formen. Die abschließenden Kurzpitches machten sichtbar, wie viel Substanz innerhalb weniger Stunden entstehen kann.
Nachhaltige Wirkung für das IMS
Der Workshop war geprägt von offener Diskussion, intensiver Zusammenarbeit und praxisnahen Einblicken aus der Startup-Welt. Besonders geschätzt wurde die direkte Rückmeldung erfahrener Gründerinnen und Gründer, die theoretische Impulse greifbar machte.
Klar ist: Die Impulse aus dem Workshop enden nicht am Klosterportal. Dabei steht weniger die konkrete Ausarbeitung einzelner Ideen im Vordergrund, sondern der Gewinn an methodischem Know-how und die Stärkung des Gründergeistes. Beides sei, betont Prof. Rinderknecht, in hervorragendem Maße gelungen. Ein Beispiel: Die Doktoranden werden die erlernten Methoden bereits bei ihrem nächsten Off-Site-Meeting in Frankreich gezielt auf ihre Promotionsthemen anwenden. „Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt“, resümierte Prof. Rinderknecht. Für das IMS sei der Workshop weit mehr gewesen als ein Training – vielmehr ein Anstoß, der Team, Forschung und Unternehmergeist sichtbar näher zusammengebracht habe.
Autorin: Heike Jüngst
Fotos: Carola Heyn-Benedikt