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19. Januar 2026

Wo Elektrotechnik zur Disziplin wurde: Darmstadt – und was daraus heute für Transfer und Gründung entsteht

(Adobe Close-up of glowing network cables with blue cables and orange illuminated connectors in a futuristic technology setting)


Live-Podcast HIGHEST@etit am 10. Februar 2026: Gespräche über den Karrierefaktor Gründung in der Elektrotechnik

Elektrotechnik prägt unseren Alltag – meist unsichtbar, aber entscheidend: von stabilen Netzen über sichere Kommunikation bis zur Medizintechnik in Echtzeit. Dass Darmstadt in dieser Disziplin eine besondere Rolle spielt, hat historische Gründe: An der TU Darmstadt wurde Elektrotechnik früh als eigenständiges Studienfach etabliert. Genau an dieser Schnittstelle – von wissenschaftlicher Exzellenz zur Anwendung – setzt der Live-Podcast HIGHEST@etit an.

Live-Podcast HIGHEST@etit | 10. Februar 2026

Wie werden aus Forschung und Expertise konkrete nächste Schritte – im Transfer, im Produkt, im Start-up oder in hybriden Karrierewegen zwischen Wissenschaft und Gründung? HIGHEST spricht mit Forschenden und Gründer:innen aus dem etit-Umfeld über Praxis statt Buzzwords: Validierung, IP/Patente, Kooperationen, Förderung – und darüber, was auf dem Weg von der Idee zur Wirkung wirklich zählt.

Wenn Technik zuverlässig funktioniert, tritt sie in den Hintergrund. Gerade darin liegt ihre Stärke: Systeme laufen stabil, Daten werden sicher übertragen, Geräte liefern präzise Messwerte – oft ohne, dass man bemerkt, wie viel Ingenieurkunst darin steckt. Diese „unsichtbare“ Wirkung beschreibt der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) der TU Darmstadt als zentrales Prinzip seiner Arbeit: Lösungen werden nicht als Insellösungen gedacht, sondern als Teil größerer Systeme.

Darmstadt als Ursprung einer Disziplin

Darmstadt ist dabei nicht irgendein Standort. 1882 wurde der Physiker Erasmus Kittler an die damalige Technische Hochschule Darmstadt berufen und begründete den weltweit ersten Lehrstuhl für Elektrotechnik. Praxisbezug, Exkursionen und der Austausch mit Industrie und Gesellschaft prägten dieses „Darmstädter Modell“ von Anfang an. Die Stadt wurde zum Reallabor: 1888 entstand das Elektrizitätswerk, kurz darauf erstrahlte das Hoftheater im elektrischen Licht – frühe Beispiele dafür, wie eng Technik, Anwendung und Öffentlichkeit in Darmstadt verbunden waren.

 

Die Perspektive bleibt bis heute aktuell. Studiendekanin Prof. Anja Klein beschreibt es so: Das Denken in Anwendungen und Kooperationen präge den Fachbereich weiterhin – nur die Orte hätten sich verändert: Heute seien es Rechenzentren, Biolabore oder Start-up-Hubs. Auch Dekan Prof. Thomas P. Burg betont den systemischen Anspruch: „Wir entwickeln keine Insellösungen … unsere Forschung ist immer Teil größerer Systeme.“

Forschung mit Anschluss an die Anwendung

Inhaltlich ist der Fachbereich breit aufgestellt: von Energie- und Antriebstechnik über Kommunikation und Automatisierung bis zu KI-gestützter Medizintechnik und Schnittstellen zur synthetischen Biologie. Strukturiert wird die Forschung unter anderem über vier Felder: neue Bauteil- und Systemkonzepte, vernetzte Systeme, Energie und Medizintechnik – getragen vom Zusammenspiel aus algorithmischem Denken und physikalischer Realität.

Winzige Mikrofone, riesige Wirkung: Die milliardenfach in Smartphones, Laptops, Hörgeräten und Alltagsgeräten verbauten Mikrofone gehen auf die Elektret- und Silizium-Mikrofone von Gerhard Sessler, Prof. am etit der TU Darmstadt (1975 bis 1999) , zurück. Bild: AdobeStock_1695605387

Mit technischer Präzision neue Wege gehen: Ein Exoskelett unterstützt den Treppenaufstieg und steht sinnbildlich für den Kooperationsstudiengang Medizintechnik – dort, wo Ingenieurwissenschaft und Medizin zusammenkommen. Das Studienangebot der strategischen Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) zeigt, wie interdisziplinäre Forschung konkrete Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen ermöglicht. Bild: etit/TU Darmstadt

Warum diese News jetzt? Weil Transfer Menschen braucht – nicht nur Technologien.

Mit dem Live-Podcast HIGHEST@etit holen wir die entscheidende Frage nach vorn: Wie wird aus einer starken Idee ein tragfähiger nächster Schritt? Im Podcast geht es um realistische Wege und typische Hürden – und um die Dinge, die in der Praxis den Unterschied machen: Timing, Fokus, Partner, Schutzrechte, Förderlogik und die Validierung im Markt.

 

Teilnehmende bekommen Einblicke, wie Karrierewege zwischen Forschung, Transfer und Gründung konkret aussehen, welche Schritte auf dem Weg von der Idee zum Produkt entscheidend sind und welche Unterstützung an der TU Darmstadt verfügbar ist – von der ersten Orientierung bis zur Umsetzung.

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