„Female Founders 2025” – gemeinsamer Aufbruch für Gründerinnen aus der Wissenschaft
Mit „Female Founders“ haben die Technische Universität (TU) Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Hochschule Darmstadt (h_da) 2025 erstmals ein gemeinsames Begleitprogramm zu EXIST Women umgesetzt. Es unterstützte Frauen dabei, ihre unternehmerische Persönlichkeit zu stärken, Ideen zu entwickeln und neue Perspektiven für Studium und Karriere zu gewinnen.
Ein Programm eröffnet neue Perspektiven
Während das Jahr 2025 von zahlreichen Entwicklungen in der regionalen Gründungslandschaft geprägt war, setzte das erstmals durchgeführte Begleitprogramm „Female Founders” einen besonderen Akzent. Die TU Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Hochschule Darmstadt hatten sich zusammengeschlossen, um Frauen in der frühen Phase einer möglichen Gründung zu begleiten – lange bevor Businesspläne oder Teams feststanden.
Rund 24 Frauen nahmen teil, acht davon über HIGHEST an der TU Darmstadt. Unter der Leitung der Gründungsberaterin Simone Lühl begann das Programm im April mit einem gemeinsamen Kick-off. Es umfasste mehrere Workshops, Mentoring-Termine und hochschulübergreifende Austauschformate und endete im Dezember.
Frauen stärken, Ideen formen
Das Programm richtete sich an Studentinnen, Absolventinnen und Wissenschaftlerinnen, die Orientierung suchten oder herausfinden wollten, ob das Unternehmertum ein möglicher Weg für sie sein könnte. Eine konkrete Geschäftsidee war keine Voraussetzung. Wichtiger war die Bereitschaft, die eigene Rolle als Gründerin zu erkunden, neue Fähigkeiten zu entwickeln und sich mit anderen Frauen zu vernetzen.
Die Teilnehmerinnen erhielten individuelles Mentoring, besuchten Workshops zu Themen wie unternehmerischem Denken, Selbstbild, Teamführung und Pitching und konnten die Infrastruktur der Hochschulen nutzen. Dazu gehörten unter anderem Prototyping-Werkstätten und Angebote zum 3D-Druck. Veranstaltungen wie das von HIGHEST initierte INNODAY25 – Side Event „Female Networking Lunch (Women only) und der EXIST-Women Gemeinschaftsstand stärkten zusätzlich die Vernetzung über Hochschulgrenzen hinweg.
Wenn ein Programm die persönliche Richtung ändert
Wie nachhaltig „Female Founders“ wirkte, zeigte sich vor allem in den Abschlussgesprächen. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie kurz davor gewesen sei, ihr Studium abzubrechen. Sie sah keinen Sinn mehr darin, wusste nicht, wie es weitergehen sollte, und stand ohne Perspektive da. Erst durch das Programm habe sie verstanden, dass ihr Studium eine Grundlage bilden könne und eine Gründung eine echte Option für sie sei.
„Das Programm hat mir ein Ziel gegeben“, sagte sie. „Ich möchte mein Studium jetzt so schnell wie möglich abschließen, weil ich gründen möchte.“ Sie erklärte, dass sie erstmals eine Idee entwickelt habe, die sie weiterverfolgen wolle, und dass sie plane, sich für ein EXIST-Gründungsstipendium zu bewerben. Ihr Beitrag war beispielhaft für die Orientierung, die das Programm vielen bot.
Ein Netzwerk, das trägt!
Auch andere Teilnehmerinnen beschrieben, wie sehr sie von der Gemeinschaft profitiert hatten. Viele kamen ohne klare Erwartungen und gingen mit einem Verständnis dafür, wie eine Idee wachsen kann und welche Wege offenstehen. Eine Teilnehmerin fasste es wie folgt zusammen: „Ich kam ohne konkrete Vorstellung, aber ich gehe jetzt mit Klarheit und einem Netzwerk.“ Der Austausch zwischen TU, Goethe-Universität und h_da erwies sich dabei als zentraler Motor – sowohl fachlich als auch persönlich.
Der Einstieg war einfach – und der Nachhall lang.
Die Bewerbung war bewusst niedrigschwellig: Ein Motivationsschreiben genügte und eine Jury wählte bis zu zehn Teilnehmerinnen pro Hochschule aus. Die Frauen nahmen zusätzlich an bundesweiten EXIST-Veranstaltungen teil und gewannen so Einblicke in Gründungsökosysteme über die Region hinaus. Die Bewerbungsphase für den nächsten Jahrgang beginnt 2026 erneut.
Am Ende des Jahres steht fest: Female Founders war weit mehr als ein Qualifizierungsprogramm. Es bot Orientierung, stärkte das Selbstvertrauen und öffnete Türen. Für einige Teilnehmerinnen stellte es zudem die Weichen für einen Weg, den sie zuvor nicht für sich gesehen hatten. Eine von ihnen formulierte es stellvertretend für viele: „Ich habe jetzt ein Ziel.“
Foto und Text: Heike Jüngst